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Nichtknetbrot – das Rezept

Auf Wunsch eines gewissen Papas 😉 und weil ich mir sowieso gedacht habe, dass es durchaus sinnvoll sein könnte, die ausführliche Beschreibung von Katharina Seiser etwas zu straffen, hier nun eine vollständige Anleitung für das Brot, das man nicht kneten muss:

Zutaten:

  • 435 g Mehl, Typ 550
  • 12 g Salz (wir nehmen Meersalz)
  • Hefe (1 g Trockenhefe oder 2 g frische Hefe)
  • ca. 350 ml raumwarmes Wasser, eher etwas weniger.
  • etwas Mehl zur Teigbearbeitung

Material:

  • große Schüssel mit Deckel, nicht luftdicht schließend
  • Topf aus Gusseisen, ohne Kunststoffgriffe
  • Teigschaber
  • Teiglöffel
  • Backpapier

1. Teil:
Alle Zutaten bis auf das Wasser in die große Schüssel geben und kurz verrühren. Wir nehmen eine Schüssel mit Deckel, welcher nicht luftdicht schließt. Dann das Wasser hinzugeben und alles vermischen, bis kein trockenes Mehl mehr übrig ist. Dass der Teig feucht und klebrig ist ist OK, es sollte aber kein Matsch sein. Deckel drauf („ünd fest andrückön“ – kleiner Spass für Eingeweihte). 18 Stunden bei Raumtemperatur (21° – 23°C) stehen lassen.

2. Teil:
Nach 18 Stunden sollten sich auf der Oberfläche des Teigs Bläschen zeigen. Ist das nicht der Fall braucht der Teig noch. Backpapier ausbreiten und mit Mehl bepudern, anschließend den Teig ebenfalls bestäuben. Den Teig mit schwungvoller Handbewegung und mit Hilfe eines Teigschabers aus der Schüssel auf das Backpapier und das darauf befindliche Mehl befördern. Jetzt kommt das Falten: wieder unter Mitwirkung oben erwähnten Schabers den Teig falten: von unten nach oben, dann die Seiten jeweils einschlagen und schließlich die obere Seite über alles drüber falten. Wichtig: nicht kneten, nicht pressen, nicht fest drücken, keine langen Aktionen mit dem Teig. Wenn das Falten nicht so sauber funktioniert: kein Problem, wird trotzdem ‚was. Kaffeepause. Dem Teig 15 Minuten geben, sich von der Faltaktion zu erholen (bräuchte ich auch!). In der Zwischenzeit die Schüssel mit Mehl auspudern, nicht zu sparsam. Nach der Kaffeepause den Teig, je nach Konsistenz, entweder vom Backpapier in die Schüssel fließen lassen oder in die Schüssel heben. Beim Reinheben sollte man ihn gleichzeitig umdrehen. 2 Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen.

3. Teil:
30 Minuten vor Erreichen der 2 Stunden den Backofen auf 250°C vorheizen, und zwar mit dem geschlossenen Topf (das ist wichtig!). Auch wichtig: keine Heißluft! Den Topf auf einen Rost auf einer unteren Schiene (nicht ganz unten) stellen. Bei Erreichen der 2 Stunden am Teig den Drücktest durchführen: dem Teig mit einem Finger eine Delle verpassen, springt diese direkt raus, den Teig weiter gehen lassen. Wenn sie nicht sofort zurück springt ist er soweit: „ab in de Dibbe“, ab in den Topf. Ganz wichtig: alles ist sauheiß!! Also Vorsicht walten lassen! Den Topf aus dem Ofen nehmen und ausmehlen. Das Mehl wird direkt braun werden und evtl. auch etwas qualmen, das macht aber nichts. Den Teig aus der Schüssel in den Topf geben. Hier gibt’s jetzt mehrere Techniken; weil der Topf so heiß ist lasse ich den Teig einfach aus der Schüssel in den Topf gleiten, mit gebührendem, respektvollen Abstand (der Topf ist sauheiß, erwähnte ich das schon?). Optimalerweise kommt dabei die Naht, die durch das Falten entstanden ist, oben zu liegen. Den Deckel wieder auf den Topf (Achtung: sauheiß!) und alles für 30 Minuten in den Ofen, dabei nicht zwischendurch öffnen, sonst geht das Mikroklima im Topf kaputt. Nach den 30 Minuten die Temperatur auf 150°C drehen und den Deckel des Topf (sauheiß!) herunternehmen (dabei die Ofentür nicht zu lange aufstehen lassen). Das Brot für ca. weitere 15 Minuten backen und schließlich zum Klopftest herausnehmen: auf die Unterseite klopfen; klingt es hohl, ist es fertig.
Nochmal wichtig: dem Brot jetzt mind. 1 Stunde Zeit geben, auch wenn es noch so verführerisch duftet.

Ich empfehle für den ersten Laib einfach nur frische Butter, und wer mag etwas Salz :-).

Wir haben das Rezept übrigens problemlos auch mit der doppelten Menge getestet. Beim Wasser dann aber 2-4 Esslöffel weg lassen.

 

All!

[all; saarl.]
Leer, vergriffen, aufgebraucht, geleert (z. B. „de Lyoner is all“), auch: geschafft, entkräftet („isch bin bums all“), nicht: Weltall. Für alle (z. B. alle Kinder) – siehe allegaa

So konnte man durchaus am Ostermontag um ca. 18:03 Uhr unseren Zustand bezeichnen: all. Etwas verständlicher ausgedrückt würde man vielleicht „platt“ wählen, ob des Ostermarathons, der hinter uns lag. Und es war große klasse! Die Familie war da und wir hatten 2½ Tage richtig Spaß hier in der Bude. Inkl. Dombesteigung, meinem ersten (und voraussichtlich letzten) katholischen Osternachtsgottesdienst (ich bin evangelisch) – und natürlich Sauerbraten (verflucht war der lecker!!) sowie anderen Köstlichkeiten.

Leider habe ich es am Samstag nach der Besteigung des Frankfurter Dom (318 Stufen) nicht mehr geschafft, Bilder zu machen („isch war bums all“), und das obwohl die Aussicht fantastisch war. Aber immerhin liegen vom anschließenden, sehr erfrischenden und sehr erheiternden „Sauergespritzten“ Beweisfotos vor ;-). Es war sowieso lecker: wir waren beim Dax, welchen ich hiermit gerne empfehlen möchte. Das essen war gut und der Bembel gut gefüllt :-D.

P.S.: Ja, dieser Beitrag hat’s dann doch geschafft, sowohl hessisch als auch gaumenerregend zu sein.

EU anno 2011

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich vermuten, dass die EU gerade auf Teufel komm raus versucht sich selbst abzuschaffen! Folgendes hat das Law Enforcement Working Party (LEWP), ein Arbeitsgremium des EU-Ministerrates offenbar durchaus ernst gemeint in seiner Tagung am 17.02.2011 diskutiert:

8. Cybercrime
The Presidency of the LEWP presented its intention to propose concrete measures towards creating a single secure European cyberspace with a certain „virtual Schengen border“ and „virtual access points“ whereby the Internet Service Providers (ISP) would block illicit contents on the basis of the EU „black-list“. Delegations were also informed that a conference on cyber-crime would be held in Budapest on 12-13 April 2011.

8. Computerkriminalität
Der Vorsitzende der LEWP präsentierte seine Absicht, konkrete Maßnahmen in Richtung Erstellung eines abgeschlossenen, sicheren EU-Internets vorzuschlagen, mit „virtueller Schengen-Grenze“ und „virtuellen Grenzübergängen“, in welchem die Zugangsanbieter (ISP) gesetzwidrige Inhalte auf Basis der schwarzen Liste der EU blockieren sollen. […]

Mir fehlen dazu jetzt, ehrlich gesagt, die Worte. Das mag sich für den Einen oder Anderen im ersten Augenblick sogar noch ganz gut anhören, aber das geht in eine Richtung, die uns auf eine Stufe stellen würde mit den Netzsperren, wie sie zur Zeit in China vorherrschen. Das betrifft dann nicht nur mehr Kinderpornos oder die in den Startlöchern stehenden Verbote für Gewaltspiele oder andere Netzsperren für ungeliebte Themen oder Inhalte. Da wird man plötzlich aufpassen müssen, den Begriff „Bulli“ nicht im falschen Kontext zu gebrauchen – könnte plötzlich Markenrechtsverletzung sein: gesetzwidrig – weg. Ich bin zum einen Fassungslos darüber, dass so etwas überhaupt diskutiert wird und zum anderen darüber, dass im europäischen Parlament (bzw. im Ministerrat) offenbar Herren und/oder Damen sitzen, die – scheinbar – wirklich keine Ahnung von dem haben, was sie da von sich geben.

Ich kann mir nicht vorstellen, wirklich nicht vorstellen, dass das tatsächlich ernst gemeint sein soll? Wie kann man sich so etwas nur ausdenken!?

via lawblog

Nachtrag: Ich habe den ursprünglich geschriebenen Text geändert und dadurch, sagen wir, entschärft. Denn ich habe, nicht zuletzt durch eine Diskussion zu diesem Beitrag, erkannt, dass ich mich im Ton und im Wort vergriffen habe. Das Thema regt mich nach wie vor sehr auf, trotzdem sollte man sich immer bewusst sein, was man schreibt, und wen man damit angeht.

Es frühlingt…

…die Namensinhaberin und -bereitstellerin schmückt den Wohnbereich mit Blumen 🙂

Schwäbisches…


Nein, „schwäbisches“ wird keine neue Kategorie. Jetzt geht’s wieder um kulinarisches. Um etwas sehr leckeres, was ich seit meiner Kindheit sehr, sehr gerne esse. Es geht um Sauerbraten. Und zwar um die schwäbische Variante (wenn auch mit leichtem saarländischem Einschlag :-)). Wer in dem Bild oben allerdings nur einen Wust rote Pampe mit schwimmendem – Zeugs – und ein paar Zwiebeln erkennen kann, der hat noch nie Sauerbraten selbst gebeizt. Unter dem schwimmendem Etwas (unter anderem Zwiebeln, Koriander, Senfsaat, Pfeffer, Wacholder, Thymian, Nelken) im Bild verbirgt sich ein Stück Rindfleisch, dieses mal ein Stück Nuss (unser Metzger konnte uns nicht wie versprochen Tafelspitz liefern, sonst meine erste Wahl was Schmorbraten angeht). Die Pampe selbst besteht aus einem Drittel Rotwein (in diesem Fall ein trockener Dornfelder unseres Lieblingswinzers Bibinger), einem Drittel dessen, was im Saarland als „Essig“ bezeichnet wird (lustigerweise aber eben kein richtiger Essig ist – Melfor eben) und einem Drittel Wasser. Dann die Gewürze und Zwiebeln dazu, Deckel drauf, und mindestens(!) 3 Tage beizen lassen. Was dabei schlussendlich nach Braten, Schmoren etc. herauskommt ist ein dermaßen saftiger und zarter und … und … Lecker! Es duftet jetzt schon so schön Sauerbratig, ich kann’s kaum erwarten :-). Dazu gibt’s – standesgemäß schwäbisch – Spätzle, selbstverständlich selbst gemachte. Alles weitere ist bei diesem Mahl überflüssig, ein Salat dazu schadet aber nicht ;-).

Anlass ist der Besuch meiner (Schwieger-) Eltern zu Ostern – ich freue mich schon riesig drauf! Wird ganz bestimmt lustig! 🙂

Hessisches…

Auf Anraten meiner Frau habe ich diesem Blog soeben in letzter Konsequenz die Kategorie „Hessisches“ hinzugefügt. Sie war bzw. ist der Meinung, dass das hier noch fehlt, da wir ja jetzt im schönen Hessenland residieren. Da ich mich meiner Frau in Müdigkeit und Meinung meistens anschließe fällt es mir auch nicht weiter schwer, dies zu tun. Nicht, dass ich schon Ideen für diese Kategorie hätte, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Ich vermute jedoch stark, dass es wenige Beiträge geben wird, die sowohl in die Kategorie „Gaumenerregendes“ als auch „Hessisches“ passen werden, die hiesige Küche will sich bisher noch nicht wirklich mit mir anfreunden. Handkäs mit Musik zum Beispiel ist etwas, was ich probiert und für nicht essbar befunden habe. Farbe, Geruch und Konsistenz legen für mich eine Verwendung im Sanitärbereich nahe, auf näheres möchte ich jetzt nicht eingehen. Spundekäs allerdings hört sich interessant an und liest sich ebenso, wird von mir daher sicher demnächst versucht werden. Ahle Worschd habe ich ebenfalls bereits einmal probiert, aber ich glaube, die muss ich nochmal probieren 😉

Pizzateig, und zwar knusprig!

  • 300gr Mehl, Typ 550
  • 200gr Hartweizengrieß
  • 250ml Wasser, lauwarm
  • 10gr Salz
  • 3-4 Esslöfel Olivenöl
  • 4gr frische Hefe oder 2gr Trockenhefe

Alles gut durchkneten, am besten mit der Küchenmaschine, denn die wird auch nach 10 Minuten nicht müde 😉
Den Teig dann zugedeckt 2 Stunden gehen lassen. Anschließend dünn ausrollen, belegen, backen.
250°C (je heißer, je besser), vorgeheizt, keine Heißluft, nur Ober- und Unterhitze.
Tip: nicht die mittlere Schiene nehmen, sondern die darunter.
Die angegebene Menge reicht für 4 runde Pizzableche oder knapp 2 normale Backbleche.
Sehr lecker!
Bilder gibt’s keine, weil nix übrig geblieben ist 😉

Aktualisierung:
Gibt doch’n Bild:

Achja, die Telekom…

Mittlerweile läuft alles. Heute(!) ist dann die Gutschrift für den jetzt hoffentlich endgültig letzten Fehler seitens der Telekom eingegangen. Schlappe 8 Monate (oder sind’s jetzt sogar 9? Die Zeit vergeht…) nach der Beauftragung ist dann jetzt endlich alles in Ordnung. Ging doch schnell, oder? In meinem Kundendatensatz (mittlerweile benötigt es etwas Zeit, wenn ich bei der Telekom anrufe: mein Kundendatensatz ist – wie mir mehrfach glaubhaft versichert wurde – ein  „halber Roman“) wurde tatsächlich und ernsthaft das Wort „Ungeduldig“ notiert – alleine hierfür würde ich gerne jemanden bei der Telekom mit meiner Taschenlampe (einer massiven, langen und seeehr stabilen) „erleuchten“…

Von versprochenen und angekündigten Gutschriften oder sonstigen Entschädigungen haben wir übrigens nie etwas gesehen. Zwar surfen wir jetzt mit VDSL50-Geschwindigkeit zum Preis von VDSL25 – aber das hat hier jeder erhalten, der es irgendwie mitbekommen hat, dass es das auch für Bestandskunden gibt. Tja, Konkurrenz belebt dann doch noch irgendwie das Geschäft.

Was mich am meisten bei der ganzen Sache geärgert hat, ist, dass man absolut keine Möglichkeit hat, mal bei irgend jemandem, der dafür wirklich verantwortlich zeichnet, seinen Frust ab zu lassen. Dafür ist dieser Laden einfach zu groß. Scheißspiel.

Ich wurde übrigens ernsthaft gefragt, warum ich dann nicht direkt zu einem anderen Anbieter gegangen bin. Wenn das dann auch so einfach wäre. Sowie man beim T einen Anschluss beauftragt hat ist bis zur Vollendung (ob positiv oder negativ) dank der bequemen „das-sind-aber-unsere-Kabel“-Stellung der Telekom der „Port“ geblockt – Leidensgenossen dürfte das jetzt ein wissendes Lächeln entlocken. Ich hätte also bis heute gewartet.

Ich habe auf die Frage hin nur gelächelt. Wissend.

Nichtknetbrot…

… (no-knead-bread) ist Brot, das man, ohne es kneten zu müssen, zubereiten kann. Also etwas für ganz faule Gelegenheitsbäcker wie mich (Gelegenheit, nicht faul) und meine Frau (…) – ich find’s nicht schlecht, diesen Arbeitsschritt überspringen zu können. Entweder es verlangt Muskelkraft oder man muss die Teigknetmaschine nach erfolgtem Teigkneten reinigen.

Aber zurück zum Thema. Dieses Brot (eigentlich das Rezept hierfür) hat meine Frau bei esskultur.at gefunden. Zwar hat es auch dort nicht seinen Ursprung, aber das zugrunde liegende Rezept wird von Katharina Seiser dort ganz wunderbar liebevoll aufbereitet und mit nützlichen Tips für den Nur-Ganz-Selten-Gelegenheits-Bäcker versehen. So muss es schlicht jedem gelingen.

Wir haben es (das Rezept) jetzt auch probiert (wobei ich sagen muss, dass dies nicht unser erstes Brot ist, das wir gebacken haben, wir haben in diesem Thema schon etwas Erfahrung) und es schmeckt und riecht fantastisch, und gut aussehen tut’s dabei auch noch – wie gekauftes Brot vom „echten“ Bäcker. Oben erwähnte Erfahrung hat es uns ermöglicht, mit dem Rezept etwas zu experimentieren, so dass wir problemlos eine größere Menge zubereiten konnten (Ein Brot aus 435gr Mehl kann erstaunlich schnell aufgebraucht sein, wenn es frisch aus dem Ofen kommt und nach einer ausreichenden Ruhephase schlicht mit Butter und vielleicht etwas Salz genossen wird). Ich kann nur jedem, dar daran Interesse haben könnte, empfehlen, dieses Brot auch mal auszuprobieren. Man hat sehr wenig Arbeit damit, das Ergebnis ist dafür schlicht bombastisch:

Nichtknetbrot (No-knead-bread)

Frisch aus dem Ofen. Ein visueller wie olfaktorischer Hochgenuss

Ich kann Euch sagen: in unserer Küche riecht es gerade ganz wunderbar 🙂