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da staunst du aufregendes.weltbewegendes.gaumenerregendes.saarländisches

Re: 218/365

Also, das Zeugs nehme ich selten bis überhaupt nicht – ich bin nämlich Saarländer, wenn ich jetzt auch in Hessen wohne. Und ein bisschen was will ich mir bewahren, wenn’s auch mittlerweile importiert werden muss: wenn’s um’s Kulinarische geht nehme ich meistens bis immer das hier:

Das ist im Saarland „de Essisch“, ich erwähnte es bereits. Gibt’s dort in so ziemlich jedem Supermarkt, inkl. der meisten Discounter. Essig-Essenz haben wir gar nicht im Schrank stehen: zum Entfernen von Kalk nehmen wir Zitronensäure. Geht auch.
Aber Siggies Beitrag hat mich nachdenklich gemacht: die Frankfurter Wasserqualität ist mit der saarländischen nicht vergleichbar, der Kalkgehalt hier ist gefühlt hundertmal so hoch. Der Chlorgehalt allerdings auch. Muss ich mir jetzt sorgen um die Unversehrtheit der Heizstäbe unserer Waschmaschine machen? Ist ein Besuch von Dieter Bürgi in unserer Wohnung mitgemietet weil quasi schon unausweichlich? Sollte ich ein Planschwasserversicherung abschließen?

Schwäbisches…


Nein, „schwäbisches“ wird keine neue Kategorie. Jetzt geht’s wieder um kulinarisches. Um etwas sehr leckeres, was ich seit meiner Kindheit sehr, sehr gerne esse. Es geht um Sauerbraten. Und zwar um die schwäbische Variante (wenn auch mit leichtem saarländischem Einschlag :-)). Wer in dem Bild oben allerdings nur einen Wust rote Pampe mit schwimmendem – Zeugs – und ein paar Zwiebeln erkennen kann, der hat noch nie Sauerbraten selbst gebeizt. Unter dem schwimmendem Etwas (unter anderem Zwiebeln, Koriander, Senfsaat, Pfeffer, Wacholder, Thymian, Nelken) im Bild verbirgt sich ein Stück Rindfleisch, dieses mal ein Stück Nuss (unser Metzger konnte uns nicht wie versprochen Tafelspitz liefern, sonst meine erste Wahl was Schmorbraten angeht). Die Pampe selbst besteht aus einem Drittel Rotwein (in diesem Fall ein trockener Dornfelder unseres Lieblingswinzers Bibinger), einem Drittel dessen, was im Saarland als „Essig“ bezeichnet wird (lustigerweise aber eben kein richtiger Essig ist – Melfor eben) und einem Drittel Wasser. Dann die Gewürze und Zwiebeln dazu, Deckel drauf, und mindestens(!) 3 Tage beizen lassen. Was dabei schlussendlich nach Braten, Schmoren etc. herauskommt ist ein dermaßen saftiger und zarter und … und … Lecker! Es duftet jetzt schon so schön Sauerbratig, ich kann’s kaum erwarten :-). Dazu gibt’s – standesgemäß schwäbisch – Spätzle, selbstverständlich selbst gemachte. Alles weitere ist bei diesem Mahl überflüssig, ein Salat dazu schadet aber nicht ;-).

Anlass ist der Besuch meiner (Schwieger-) Eltern zu Ostern – ich freue mich schon riesig drauf! Wird ganz bestimmt lustig! 🙂