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[ˈma͜ultaʃə]

Jetzt geht’s um das Familiengericht Nr. 2. Jedenfalls für mich. Oder um den Familienevent Nr. 2. Jedenfalls für mich. Und es geht schon wieder um kulinarisches, obwohl ich ja nicht zum „Food Blog“ werden wollte.

Ich gebe gerne und ohne Scham zu, dass ich mich auf selbst gemachte Maultaschen schwäbischer Art à la schwäbischer Oma jedes mal freue wie ein kleines Kind, dem zu Weihnachten eine Modelleisenbahn in der Größe des MiWuLa in Aussicht gestellt wurde. Ernsthaft. Sogar, wenn ich sie nur für mich und alleine mache (was nicht annähernd so unterhaltsam und erfrischend ist, wie wenn man sie in der Gruppe anfertigt), freue ich mich darauf. Was Maultaschen angeht, gibt es schlicht nichts besseres, als selbst gemachte. Es ist noch kein Fertig-Maultaschen-Hersteller auch nur ansatzweise in die Nähe der Qualität unserer selbst gemachten Maultaschen gekommen.

Das Fertigen selbst ist ein Event, der sich so langsam aber sicher zur Tradition entwickelt hat, wofür ich sehr, sehr dankbar bin. Er findet unregelmäßig statt und beginnt nicht selten mit dem SMS-Dialog: „Maultaschen?“ – „Wann?“ und endet meist in kugelrunden Bäuchen und Lachmuskelzerrungen der übelsten Sorte.

Die Vorfreude auf diese Massenfertigungsveranstaltung ist unterschiedlich ausgeprägt. Laut dem Bekunden meiner Liebsten stehe ich z. B. offenbar in kindlicher Vorfreude der meines 11jährigen Cousins in nichts nach. Es ist aber auch jedes mal ein Spaß und ein Genuss zugleich. Bei der Verwandtschaft, deren Küche wir durch diese regelmäßig unregelmäßige Aktion verwüsten, könnte ich mir schieres Entsetzen ob der Idee eines Maultaschenanfertigungstermins vorstellen. Aber ich glaube, Tantchen nimmt’s auch mit Humor 😉

Den Fertigungsprozess habe ich Euch in ein paar Bildern festgehalten:

Zuerst der Nudelteig. Zutaten zusammenfügen und Rühren, bis der Mixer streikt. Da uns keine so große Küchenmaschine zur Verfügung stand musste es eben der Mixer sein.

Nudelteig gegen Mixer – wer gewinnt?

Anschließend manuelles nachbearbeiten der Nudelrohmasse. Da haben dann aber wir gewonnen 🙂

Nudelteig, mit Liebe geknetet… Im Vordergrund ist die Hand jener schwäbischen Oma zu sehen, der wir dieses sehr leckere Rezept zu verdanken haben.

Die Füllung: Hackfleisch, Rahmspinat, Bratwurstbrät und diverse andere, feine Zutaten…

Die Würste müssen ausgedrückt werden, jeder hilft mit.

Alles gut durchmengen und ggf. nachwürzen.

Vorletzer Schritt: Nudelteig ausrollen und – selbstverständlich alles von Hand und ohne Hilfsmittel wie Ausstecher oder ähnliches – mit Füllung belegen. Auch hervorragend zu sehen: vorne rechts, der Schreibblock. Auf ihm wurde akribisch jede einzelne Maultasche erfasst. Und ehrlich gesagt, weiß ich schon gar nicht mehr, wie viele es das letzte mal waren. Nur eins weiß ich: es waren viele!

Zeitgleich wird geschnitten, befüllt und die Kanten mit Ei/Wasser bestrichen, damit alles schön zuklebt. Geht alles ohne dass man sich gegenseitig stört.

Jetzt wird’s ernst, jeder muss anfassen:

Maultaschenreihe zuklappen, abtrennen. Da müssen alle ran. Sieht chaotisch aus, ist es aber nicht!

Brühen, fertig.

Ich sag‘ ja, es waren viele 😉

Ein nicht unbeachtlicher Teil der Maultaschen hat den Tag nicht überlebt. Nur wenige den darauf folgenden Tag. Und zumindest bei uns hat es keine einzige unseres Anteils in den Gefrierschrank geschafft.

Hmmm…

Wann wir wohl mal wieder machen werden?

Käsekuchen

  • 250 g Butter (+ ein bisschen für die Form)
  • 6 Eier
  • 180 g Zucker
  • 200 g Mehl (+ ein bisschen zur Bearbeitung)
  • 750 g Quark (40%)
  • 3 gehäufte EL Stärke
  • 2 Vanilleschoten
  • 1 Zitrone
Vorbereitung:

Eins der Eier ggf. aus dem Kühlschrank nehmen, damit es Zimmertemperatur hat. 125 g Butter zerlassen, den anderen Teil weich werden lassen.

Den Backofen auf 175° C (Umluft 160° C) vorheizen. Eine 26er Springform mit Butter auspinseln.

Teig:

125 g Butter, 60 g Zucker, das Mehl und ein zimmerwarmes Ei in eine Schüssel geben und mit dem Knethaken der Küchenmaschine oder des Handrührers vermengen und kurz kneten. Anschließend eine Kugel formen und aus dieser dann in der Form mit der Hand den Boden formen. Dabei einen Rand von ca. 3-4 cm hochziehen. Zuletzt den Boden ein paar mal mit einer Gabel einstechen.

Füllung:

Quark, Stärke, die verbliebenen Eier und den Rest Zucker sowie die zerlassene Butter und den Saft der Zitrone in eine Schüssel geben, das Mark der beiden Vanilleschoten dazu. Mit dem Schneebesen (am besten mit der Küchenmaschine oder dem Handrührer) gut verrühren und auf den Teigboden gießen.

Backen:

Ca. 45 Minuten auf der zweituntersten Schiene, bis der Mürbeteigrand schön goldbraun ist und die Füllung sich relativ fest anfühlt, wenn man mit dem Finger drauf drückt.

Ergebnis:

Lecker!

Quelle:

Das ursprüngliche Rezept stammt wiederum aus dem Buch „delicious days“ von Nicole Stich. Allerdings mag ich kein fertiges Puddingpulver am Kuchen, denn es geht auch ohne Aromen (ob „natürlich“ oder nicht)! Daher habe ich es abgewandelt und nun ist das vorstehende Rezept frei von zugesetzten Aromen. Es ist mehrfach getestet und von meiner Schwiegermutter für gut befunden worden – das reicht als Bewertung 🙂

Hinweis:

An alle saarländischen Käsekuchenbäcker: der hier wird nicht braun obendrauf, das ist durchaus so gedacht :-). Also nicht warten und im Ofen lassen, bis er ungenießbar wurde.